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5 Kommentare

  1. Schwerer Himmel da über Berlin. Bedrückend düster und seeehr gut!
    Wie lange mußtest du denn da belichten?

  2. In solchen Situationen schöpfe ich immer gerne die 30 Sekunden aus, die mir die Kamera automatisch noch misst. Die Blende passe ich denn gerne so an, dass ich möglichst viel Helligkeitswerte dabei habe. Richtwert: Hellster Punkt im Bild auf Spotmessung und dann +1. Erfahrungsgemäß gibt es dann bestimmt immer noch bereiche, die komplett ausfressen (Fernsehturm und die gelbe Reklame da rechts z.B.). Das könnte man jetzt mit DRI weg bekommen. Lohnt sich aber bei dem Motiv IMHO nicht so. Sonst hätte ich eine Serie gemacht mit 30s, 10s, 2s oder so.

    Ich hätte ja ganz gerne für solche Fotos noch ein Handbelichtungsmesser, der noch über die 30s hinaus messen bzw. mir beim Rechnen helfen kann. Hier hat die Blende gereicht, weil ich bei 12mm sehr schnell anständige Schärfentiefe habe. Aber manchmal will man die Blende weiter zu machen und dann muss man zu Fuß rechnen. Blende 8 bei 30 Sekunden heißt Blende 16 bei 1 Minute. Und dann schön die Zeit stoppen. Sensoren haben keinen Schwarzschild-Effekt. Dafür gibt es aber massiv farbige Pixel im Schwarz, die man rausfummeln muss.

  3. Puh.
    Jetzt bin ich ja geplättet, was du an Theorie mit dir rumschleppst! Und da dachte ich, das Stativ wär schwer… ;-)
    Was heißt denn „hellster Punkt auf Spot und dann +1“?

  4. Die EOS 10D (und alle aus der 10er- und 1er-Reihe) lassen sich auf Spotmessung umstellen. Da ist doch für die Belichtungsmessung So ein Symbol, das etwa so aussieht [(*)]. Das zeigt die mittenbetonte Integralmessung an. Das ist der Standard. Und der funktioniert für 75% aller Fälle perfekt. Dann kann man das Ding noch auf [ ] stellen. In diesem Fall wird die Helligkeit des gesamten Bildes gemessen. So haben früher mal alle Kameras gearbeitet. Ist perfekt, wenn einem einzelne helle oder dunkle Punkte einfach mal egal sind. Und dann gibt es die Messeinstellung [( )]. Das ist die Spotmessung. Die ist nicht vergleichbar mit einer Spotmessung eines guten Handbelichtungsmessers. Aber wie man sieht, kann man sich mit der eingebauten gut helfen.

    Ich mache also die Spotbelichtungsmessung an, stelle die Kamera auf „M“ (manuelle Belichtung), stelle die Belichtungszeit auf 30 Sekunden. Jetzt zoome ich so weit ins Bild, wie es geht (beim 12-24mm eben auf 24mm). Am hellsten ist vermutlich die Häuserwand unten rechts im Bild oder die angestrahlte Wolke darüber. Diese Leuchtreklame ist leider zu klein für den Belichtungsmesser der 10D. In der Anzeige der Kamera siehst Du jetzt den Messstrich, der von -2 bis +2 wandert, je nachdem, wie Du die Blende einstellst. Für digitale Fotos suchst Du die hellste Stelle und stellst die Blende so ein, dass Du dann +1 misst. Analog habe ich meist auch keine Probleme mit +2. Das sind dann natürlich auch Erfahrungswerte.

    Du kannst dann auch den Gegentest machen und Dir die Punkte aus dem Bild raussuchen, die Du noch erkennen willst. Z.B. die dunklere Wand rechts im Bildrand soll ja noch erkennbar sein und nicht im Schwarz verschwinden. Also solltest Du sie bei der vorher gewählten Einstellung noch auf der Skala -2..0 haben. Klappt das nicht mehr, bleibt nur noch ein DRI mit verschiedenen Belichtungszeiten. Das ist auch nötig, wenn Du z.B. nicht willst, dass der Fernsehturm überstrahlt und/oder das Reklameschild, was jetzt nur noch ein gelber Stern auf meinem Foto ist lesbar ist.

    Ich habe letztens wieder sowas gelesen, dass unser Auge Kontrastverhältnisse von 100000:1 erfassen kann, wogegen so ein Monitor irgendwas in der Größenordnung 100:1 kann. Dass da immer Details auf der Strecke bleiben, kann man sich vorstellen.

  5. Vielfältigsten Dank für diese ausführliche Erklärung.
    So werde ich das demnächst auch mal probieren. Mit dem plus 1.

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